|
LESEPROBE September auf der Ponte Rialto seit gestern ist Venedig öde nur unter der Ponte Rialto dann und wann eine Gondel unruhig wie in einem Seufzer erhebt sich das Meer über die Ufer seit gestern ist Venedig öde und die Menschen erscheinen als Schatten über Schatten In der Welt Spiel 1. nach dem die Liebesillusion die Blumen das Grass der Tau und die Morgensonnenscheine hinter uns liegen sind wir plötzlich ( ohne Zeit zu haben die Faszination der Überfahrten zu genießen ) aufgewacht mitten in einem veralterten Jahrhundert unsere Vergangenheit tragend ohne eine andere Chance abzuwarten sind wir direkt im Tumult abgestiegen und fühlten uns als Sandkörner Wind und Dämmerung 2. „der Kommunismus hat zerstört und vergewaltigt den urigen Weg der Menschheit „ Jahrelang blieb ich in meinem Blick gefangen ohne Mut den kargen und heißen Asphalt zu betreten und alles was ich tat war nur Halbmaß oder eher nur Viertelmaß ständig das Gefühl dass ich noch warten muss das Jemand kommen muss der mir alles erlaubt und - unglaublich lange Zeit - kam niemand überhaupt niemand 3. selbstverständlich war nichts einfach der einfachste Bedarf nicht anders zu sein als man ist war nicht anders aber wer kann solche Banalitäten noch verstehen in einer Welt wo die Menschen denken alles nach Eigener Art und Ähnlichkeit zu gestalten schließe auch ich mich dieser Paranoia an bin ich besiegt 4. ziemlich lange haben meine Träume keinen Sinn mehr gefunden und eines Tages sind sie weg - einen Teil aus meiner Ruhe mitnehmend - Tagtäglich vergehen vor uns Unbekannte / vergeht Unbekanntes und an jedem Tag mehrt sich die Suche nach Antworten auf vergessene Fragen 5. Abends nachdem ich es schaffte aufzuräumen die Dinge den Hunger den Durst war ich froh einige Tropfen Gutmütigkeit zu verschenken an den durstigsten Irdischen nachher oft genug anstatt zu schlafen habe ich mich mit dem Honig der Fragen begnügt ( bis ich eine Antwort bekomme - werde ich noch viele andere Fragen sammeln )
Copyright © 2001 by Eugen D.Popin
|
|||